im kontext von raum, bau und stadt

>Scheibe 2004

begehbare Skulptur, Beton, Drehscheibentechnik, Glasstaub, Durchmesser ca. 14m; mit LOMA architecture.landscape.urbanism, Kassel, Scheibe, Hamburg 2004; offener Wettbewerb, Ankauf 

Fritz Balthaus: Scheibe 2004

>Sockel und Skulptur - Table und Dance

 

Kunstseits wird vorgeschlagen das Verhältnis von „Sockel und Skulptur“ auf dem Spielbudenplatz zu thematisieren um damit eine produktive Formenanalogie zu „Table und Dance“ herzustellen. Kunst und Schaustellerei geben ihre gemeinsamen Ursprünge zu. Für die kunsthistorische Betrachtung wird der Spielbudenplatz zu einem großen Museumsboden auf dem - aus zeitgenössischer Sicht - wenig stehen soll. Schon bei Rodins „Bürgern von Calais“ hat der Sockel als Präsentationsmedium ausgesorgt und zwar als augenfälliger Übergang vom neunzehnten Jahrhundert ins zwanzigste - Bei Rodin stehen die Bronzestatuen der Bürger von Calais also folgerichtig direkt auf dem Boden. Im 20. Jahrhundert ist die aufragende Kunstfigur selbst verschwunden. Der amerikanische Bildhauer Carl André hat die Figur selbst als auf dem Boden liegende Stahlblechquadrate zum betretbaren Sockel heruntergewalzt. Mit den Betrachtern als lebendige Skulpturen.

 

 

Ästhetisches Ziel ist es nun, das Sockelmaterial selbst verschwinden zu lassen, indem der Platzbelag des Spielbudenplatzes nicht unterbrochen wird, sondern nur zum Drehen gebracht. Die Grenze zwischen Platz und Sockel wird allein durch das Drehmoment markiert. Als Dreh- und Angelpunkt der Schaustellerei und Verabredungsort einer nicht ganz verschwundener Kunst auf dem Spielbudenplatz. Interpretationen und praktische Teilhabe am Platz werden von individuellen Wahrnehmungsmöglichkeiten bestimmt und können zwanglos von einem grossen Publikum angeignet - oder übersehen werden.